Zentren

Zentrenstrategie

Der Kanton setzt bei der Unterbringung von Asylsuchenden auf die mehrstufige Zentrumsunterbringung. Erfahrungsgemäss nimmt der Betreuungsaufwand von Asylsuchenden mit zunehmender Verfahrensdauer ab. Diesem Umstand trägt die Zentrumsstrategie mit kantonalen Asylzentren mit abgestuften Betreuungsangeboten Rechnung.

Gemäss Zentrumsstrategie werden Asylsuchende nach der Zuweisung aus den Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes zuerst in einem Durchgangszentrum (DGZ) untergebracht. Der Aufenthalt dort beträgt 2 - 6 Monate und dient einer ersten Eingewöhnung. Dementsprechend intensiv ist auch die Betreuung. Bei einer hohen Zahl an Asylsuchenden und entsprechendem Platzmangel werden alleinstehende Männer in temporären Unterkünften (TUK) untergebracht. Meist handelt es sich dabei um Zivilschutzanlagen. Nach der ersten Eingewöhnungs- und Orientierungsphase werden die Asylsuchenden dann je nach Bedarf an Betreuung entweder in Aufenthaltszentren (AZ) oder Minimalzentren (MZ)untergebracht.

Unbegleitete, minderjährige Asylsuchende und Flüchtlinge (MNA = Mineurs Non Accompagnés) werden aufgrund ihres verletzlichen Status nicht in Asylzentren mit Erwachsenen untergebracht. Jüngere MNA (unter 14) werden in Pflegefamilien platziert, MNA zwischen 14 und 16 Jahren in Kriens im ZUMA Pilatusblick und ältere MNA (17-18 Jahre) in der MNA-Abteilung des Sonnenhofs in Emmenbrücke.

Durchgangszentren

Temporäre Unterkünfte

Aufenthaltszentren

Minimalzentren

Zentrumsbetrieb

In den Zentren erhalten die Asylsuchenden ersten Deutschunterricht, werden mit den Gepflogenheiten des hiesigen Alltags vertraut gemacht und darauf vorbereitet, ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können. Sie müssen selber kochen, die Wäsche waschen und die Unterkunft sauber halten. Ausserdem nehmen sie an gemeinnützigen Beschäftigungseinsätzen teil.

Alle Zentren haben Hausordnungen, die einzuhalten sind. So werden die Unterkünfte z.B. ab 22.00 Uhr geschlossen und alle Bewohnerinnen und Bewohner  müssen sich bis zu diesem Zeitpunkt zurückgemeldet haben. Verstösse gegen die Hausordnung werden sanktioniert.

Alle Zentren bis auf das Minimalzentrum in Buttisholz werden während 24 Stunden sieben Tagen die Woche durch die Mitarbeitenden der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen betreut. An den Wochenenden und Feiertagen ist das Personal allerdings auf eine Betreuungsperson reduziert (zuzüglich der Eingangskontrolle). Der Nachtdienst wird nur durch männliche Personen sichergestellt. Für schwierige Situationen, die von den Betreuenden allein nicht gelöst werden können, ist während 24 Stunden eine Pikett-Unterstützung erreichbar, welche beispielsweise bei Kriseninterventionen telefonisch unterstützt, bis Hilfe vor Ort eintrifft. 

Begleitgruppen

Die konstituierten Begleitgruppen begleiten den Betrieb. Mitglieder der Begleitgruppen sind u.a. die Standortverantwortlichen der Asylzentren, Vertretende der Gemeinde, der Luzerner Polizei, der Anwohnerschaft/Bevölkerung und weitere interessierte Gruppen oder Personen. Die Begleitgruppen sind ein beratendes Gremium und haben keine Entscheidungskompetenz. Zu den Aufgaben der Begleitgruppen gehören:

  • Sicherstellung der Information und Kommunikation zwischen den darin vertretenen Behörden und Organisationen
  • Begleitung beim Betrieb der Unterkunft, soweit die Nachbarschaft und die Öffentlichkeit betroffen sind
  • Orientierung der Bevölkerung bei Bedarf